Die DIN 18533 regelt, wie erdberührte Bauteile abgedichtet werden. Wir erklären Aufbau, Wassereinwirkungsklassen und Begriffe – und was die Norm für Ihren Keller in Hamburg konkret bedeutet.
Die DIN 18533 ist die maßgebliche Norm für die Abdichtung von Kellerwänden, Bodenplatten und anderen Bauteilen im Erdreich. Sie legt fest, wie stark ein Bauteil durch Wasser belastet wird und welche Abdichtung dazu passt. Für Hausbesitzer in Hamburg, Norderstedt und im Kreis Pinneberg ist sie der Maßstab, an dem sich eine fachgerechte Kellerabdichtung messen lassen muss.
Normtexte sind für Laien schwer zu lesen. Dieser Ratgeber fasst die wichtigsten Punkte allgemein verständlich zusammen. Er ersetzt keine Planung im Einzelfall, hilft Ihnen aber, ein Angebot einzuordnen und die richtigen Fragen zu stellen.
Die DIN 18533 regelt Planung und Ausführung von Abdichtungen für erdberührte Bauteile. Dazu zählen Kellerwände, Bodenplatten, Fundamente, der Sockel am Übergang zum Gelände und Decken, die mit Erde überschüttet sind.
Die Norm erschien 2017 und löste die bis dahin gültigen Abdichtungsteile der DIN 18195 ab. Diese besteht seitdem nur noch als Begriffsnorm. Parallel dazu entstanden eigene Normen für andere Bereiche, etwa für Dächer, Innenräume und Behälter. Wer heute einen Keller abdichten lässt, sollte deshalb auf die DIN 18533 achten und nicht mehr auf die alte DIN 18195.
Der Grundgedanke der Norm ist einfach: Erst wird ermittelt, wie stark Wasser auf das Bauteil einwirkt. Dann wird eine Abdichtung gewählt, die dieser Belastung dauerhaft standhält.
Die DIN 18533 ist in drei Teile gegliedert. Teil 1 bildet die Grundlage, die Teile 2 und 3 beschreiben die beiden großen Gruppen von Abdichtungsstoffen.
Welcher Teil angewendet wird, hängt vom gewählten Abdichtungsstoff ab. Teil 1 gilt immer.
Die Wassereinwirkungsklasse beschreibt, welcher Art von Wasser ein Bauteil ausgesetzt ist. Das „E“ steht für erdberührt. Die Einstufung ist der wichtigste Planungsschritt, denn nach ihr richten sich Material, Schichtdicke und Ausbildung der Details.
W1-E und W2-E sind weiter unterteilt, zum Beispiel nach Drainage oder Eintauchtiefe in das Wasser.
Wichtig für die Praxis: Staut sich Sickerwasser in wenig durchlässigem Boden ohne funktionierende Drainage, kann es wie drückendes Wasser wirken. Dann reicht eine Abdichtung für Bodenfeuchte nicht aus.
Neben dem Wasser berücksichtigt die DIN 18533 zwei weitere Faktoren. Beide beeinflussen, welche Abdichtung geeignet ist.
Die Rissklassen R1-E bis R4-E beschreiben, wie stark im Untergrund mit Rissen zu rechnen ist. Mauerwerk, Beton und Fugen bewegen sich unterschiedlich. Je höher die Rissklasse, desto besser muss die Abdichtung Risse überbrücken können.
Die Raumnutzungsklassen RN1-E bis RN3-E beschreiben, wie empfindlich die Nutzung des Raums gegenüber Feuchtigkeit ist. Ein einfacher Abstellraum stellt geringere Anforderungen als ein Wohnraum oder ein Lager für feuchteempfindliche Güter.
Aus Wassereinwirkung, Rissklasse und Raumnutzung ergibt sich die Anforderung an das Abdichtungssystem. Erst danach wird das konkrete Material ausgewählt.
Für Sie als Eigentümer ist die DIN 18533 vor allem ein Qualitätsmaßstab. Viele Häuser in Hamburg und im Umland stammen aus Zeiten, in denen andere Regeln galten oder gar keine Außenabdichtung üblich war. Wird ein solcher Keller saniert, richtet sich die neue Abdichtung nach der heutigen Norm.
Die Bodenverhältnisse in der Region sind sehr unterschiedlich. Auf sandiger Geest versickert Wasser meist gut, in Marschgebieten, Senken oder bei bindigen Böden kann es sich stauen, und in Elbnähe spielt der Grundwasserstand eine Rolle. Eine pauschale Einstufung ist deshalb nicht möglich. Sie muss für Ihr Grundstück vor Ort erfolgen.
Achten Sie bei einem Angebot darauf, dass die Wassereinwirkungsklasse genannt und das System danach gewählt ist. Ein Betrieb, der ohne Besichtigung ein Verfahren empfiehlt, kann diese Einstufung nicht seriös vornehmen. Mehr zur Ausführung lesen Sie auf der Seite Außenabdichtung.
Die DIN 18533 unterscheidet bahnenförmige und flüssig verarbeitete Abdichtungen. Bei der Sanierung bestehender Keller kommen häufig flüssige Stoffe zum Einsatz, weil sie sich gut an unebenes Mauerwerk und Übergänge anpassen.
Typisch ist die polymermodifizierte Bitumendickbeschichtung, die in der Regel ab etwa +5 °C verarbeitet wird. Hinzu kommen flexible mineralische Dichtschlämme und Bahnen aus Bitumen oder Kunststoff. Welcher Stoff passt, hängt von Wassereinwirkung, Untergrund und Rissklasse ab.
Entscheidend ist außerdem, dass Abdichtung, Dämmung, Schutzschicht und gegebenenfalls Drainage zueinander passen.
Undicht werden Kellerabdichtungen selten in der Fläche, sondern an den Details. Die DIN 18533 widmet diesen Stellen deshalb besondere Aufmerksamkeit:
Zur Abdichtung am Übergang zur Fassade finden Sie mehr auf der Seite Sockelabdichtung.
Eine Abdichtung nach DIN 18533 wird nicht nur geplant, sondern auch kontrolliert. Diese Punkte sollten Sie erwarten:
Wassereinwirkungsklasse und System sind im Angebot benannt.
Mauerwerk wird gereinigt, Fehlstellen werden geschlossen, lose Teile entfernt.
Die aufgetragene Dicke wird während der Arbeit kontrolliert.
Details und Anschlüsse werden vor dem Verfüllen fotografiert.
Wenn Sie unsicher sind, wie Ihr Keller belastet ist, beginnt alles mit einer Ursachenanalyse. Wir sehen uns Wand, Boden und Umfeld an und erklären Ihnen, welche Einstufung wir für richtig halten. Hinweise zu den Schadensbildern finden Sie im Ratgeber Feuchteursachen.
Kostenfreie Ursachenanalyse anfragenBis 2017 regelte die DIN 18195 alle Bauwerksabdichtungen. Seitdem gilt für erdberührte Bauteile die DIN 18533. Die DIN 18195 enthält nur noch Begriffe. Inhaltlich ist die neue Norm stärker nach Wassereinwirkung, Rissen und Raumnutzung gegliedert.
Das „E“ steht für erdberührt. Es unterscheidet die Klassen der DIN 18533 von ähnlich benannten Klassen in den Normen für Dächer oder Innenräume.
Das lässt sich nicht pauschal sagen. In durchlässigen Sandböden liegt oft W1-E vor, bei hohem Grundwasser oder Stauwasser in bindigen Böden W2-E. Die Einstufung erfolgt bei der Besichtigung anhand von Boden, Gelände und Wasserständen.
Eine allgemeine Pflicht zur Nachrüstung ergibt sich aus der Norm nicht. Wird der Keller aber neu abgedichtet, sollte die Ausführung dem heutigen Stand der Technik und damit der DIN 18533 entsprechen.
Eine funktionierende Drainage nach DIN 4095 kann verhindern, dass sich Sickerwasser vor der Wand staut. Das wirkt sich auf die Einstufung aus. Die Drainage ergänzt die Abdichtung, ersetzt sie aber nicht. Mehr dazu im Ratgeber Ringdrainage.
Die DIN 18533 beschreibt Abdichtungen auf der wasserzugewandten Seite, also von außen. Eine nachträgliche Innenabdichtung ist ein Sanierungsverfahren, das nach eigenen Regeln geplant wird. Wann sie sinnvoll ist, klären wir nach der Begutachtung.
Sie melden sich per Formular oder unter 04101 204362. Wir sehen uns Keller, Mauerwerk und Umfeld an und klären, woher die Feuchte kommt – kostenfrei und unverbindlich.
Sie erhalten ein Abdichtungskonzept mit Verfahren und Aufbau sowie ein Angebot nach Aufmaß. Fragen und Änderungen klären wir vor Beginn.
Freilegen, Reinigen, Abdichten, Dämmen und Drainage in fester Reihenfolge – mit einem Ansprechpartner für die gesamte Baustelle.
Wir verfüllen die Baugrube lagenweise, stellen Rasen, Beete und Pflaster wieder her und gehen die Arbeiten gemeinsam mit Ihnen ab.
Wir melden uns zeitnah nach Ihrer Anfrage mit einem Terminvorschlag. Die Besichtigung vor Ort ist kostenfrei.